Freitag, 8. August 2008
... the story is starting at the end?
Doch liegt im Ende einer Blog-Ära auch ein neuer Anfang begraben?
Seit Anfang Juli wohne ich nicht mehr in der Chaos WG; ursprünglich hatte ich vor, einige Begebenheiten nachzutragen. Aber die Zeit in der Wohnung ist für mich vorbei, und um einen Abschluss zu finden werde ich die alten Geschichten begraben lassen und nicht mehr aufwärmen.
Ob im Ende dieses Blogs gleichzeitig der Beginn eines neuen Blogs liegt ist ungewiss; primär habe ich ja dieses Blog schon nur für mich und eine handvoll Leser geführt (ich mach mir da keine Illussionen ;) ), als eine Art virtuelles Tagebuch. Zwar wohne ich jetzt wieder in einer WG; aber ist die Idee nicht schon ausgelutscht? Wird der neue Lebensabschnitt in der neuen Wohnung neues Chaos mit sich bringen?
Ich weiß es nicht. Vielleicht kann ich in ein, zwei Monatenmehr darüber aussagen ob mein Leben noch blogwürdig ist. Unter Umständen werde ich meine "kreative Energie" in andere Dinge lenken; kommt Zeit, kommt Rat. Und vor allem die Kraft für einen Neuanfang, die mir jetzt einfach fehlt.
Nun bleibt mir nicht mehr übrig als meinen wenigen Lesern für die Aufmerksamkeit zu danken; habe ich euch das eine oder andere Mal zum Lachen (oder vielleicht sogar zum Nachdenken?) gebracht, war es die Zeit wert, in der ich dieses Blog geschrieben habe. Lachen ist ein wertvolles Gut in der Welt, von dem es nicht genug geben kann; ehrliches, glückliches Lachen.
Ich greife nur ungern auf die Worte anderer Redner zurück- aber sie sind für einen Freak einfach zu typisch:
So long and thanks for all the fish!
PS: die Überschrift kommt natürlich vom gleichnamigen Liedtext von "The Seer": "The story is starting at the end" vom Album "Own World".
Montag, 9. Juni 2008
Urlaub zu Hause
Aber was kann man zu Hause machen? Man kann auf Wohnzimmersafari gehen, Erlebnisurlaub in der Küche (Schutzimpfungen vor dem Besuch des Kühlschranks nicht vergessen!) oder einfach mal zwei Wochen im Bett bleiben und sich wegträumen. Vor allem für Studenten eine günstige Alternative fürs wegfahren, weil wir ja sowieso kein Geld haben weil wir arme, kleine Schlucker sind die jenseits der Armustgrenze vor uns hinvegetieren... Aber nein, bevor ich hier meine Kontonummer für Spenden bekannt gebe, möchte ich auf eine neue Möglichkeit für Heimurlaub hinweisen:
Tauchen.
Nicht meine Idee, aber die einer meiner Mitbewohner. Und nein, ich meine jetzt nicht schnorcheln in der Badewanne, sondern wirkliches Tauchen, in dunkle Gewässer vordringen in die sich bis jetzt noch kein Mensch getraut hat! Voller Mut hinabtauchen, die Oberfläche hinter sich lassen! Wo das in einer Wohnung gehen soll? Diese Erkenntnis hat sich mir heute offenbart als ich eine Tauchzeitschrift auf unserem Klo gefunden habe! Ich lasse jetzt mal vorneweg, wer die dort deponiert hat- aber die Idee ist nicht nur preiswert sondern auch einzigartig! Denn so nen Scheiß macht euch so schnell keiner nach... bzw. kommt keiner nach!
Sonntag, 8. Juni 2008
Guten Morgen im Mittelalter!
Wie komme ich darauf?
Unsere Wohnung liegt, wie vielleicht schon erwähnt, im obersten Stock. Wir haben schöne Dachschrägenfenster, die uns das Leben im Sommer zur Hölle machen (oke, dort ist es vielleicht ein paar Grad kühler). Dafür haben wir einen schönen Ausblick, und das ist doch auch etwas wert.
Der nächste Konstruktionsfehler ist nicht so leicht zu verzeihen, besonders wenn man nach einer stark durchzech- ähm ich meinte natürlich durchlernten Nacht voller Schlaf aufs Klo gehen will. Dann steht man auf, die Welt um sich herum dreht sich fröhlich- und man wäre froh, wenn man es nicht so weit zum Klo hätte.
Wenn. Das ist das springende Wort. Denn unsere Schlafzimmer befinden sich am anderen Ende der Wohnung. Wenn wir also mitten in der Nacht aufs Klo müssen, müssen wir zuerst durch den Gang vor unseren Zimmern, dann durchs Wohnzimmer wo wir von hungrigen Wegelagerern belästigt werden und dann nochmal durch den Gang vor Küche und Klo. Und natürlich den ganzen Weg nochmal zurück. Das Badezimmer befindet sich übrigens bei den Wohnzimmern- also -diesmal vom Klo aus gesehen- am anderen Ende der Wohnung.
Aber wir sind Studenten, und das nicht ohne Grund. Immerhin sind wir die Elite der Gesellschaft, gut aussehend und überaus kluk. Heute sind wir auf die Idee gekommen, wie wir uns dieser schrecklichen Situation entledigen können: mit einem Nachttopf! Und weil wir ja auch Mittelalterfans sind, wissen wir genau, wie man so einen Nachttopf entleert: aus dem Fenster rauskippen!
Das war dann der Moment, an dem sich Arthi eingemischt hat, mit dem freundlichen Vermerk, dass wir ja ein Dachschrägenfenster haben. Und uns von der Senkrechte 1,5m trennen. Und es hier oben heiß wird... ich glaube, jeder der schon einmal auf einem Festival war, wird wissen, was ich meine...
Aber -wie schon einmal erwähnt- sind wir ja kluke Studenten und wissen uns zu helfen: deshalb werden wir den Nachttopf bei nächster Gelegenheit einfach im Treppenhaus in den Keller hinunterleeren... Und wenn die Hausmeisterin mit ihrem Zerberus zufälligerweise aus ihrer Wohnung kommt, beobachten darf, wie jemand von uns die Erzeugnisse einer Nacht in ihr schönes Treppenhaus schüttet... ja, dann fragen wir sie einfach, wie es ihrem Drucker geht!

PS: wenn dich die Idee allein nicht erschreckt, ekelt oder belustigt: dann vielleicht die Tatsache, dass wir beim Essen drauf gekommen sind...
Ein freundliches Dankeschön geht übrigens an K., fürs zur Verfügung stellen des Nachttopfs.
Sonntag, 1. Juni 2008
Nachtrag
Wir kompensieren!
So sind wir Österreicher wenigstens im Kompensieren vom mangelnden Fußballkönnen Meister. Denn darin haben wir, wie sogar bei uns in der WG zu bemerken ist, sehr viel Erfahrung. Beim Kochen kompensieren wir zu viel Zitrone mit noch mehr Paprika und Thymian, und auch bei unseren Haustieren sind wir erfinderisch. Anfang Mai hat die Katze meiner Eltern Junge zu Welt gebracht-nur hat aufgrund eines Gendefekts eines ihrer Babys einen kleinen, unterentwickelten Schwanz. Aber das macht ja nichts- seit Jahrhunderten zeigt uns eine Hälfte der Weltbevölkerung, nämlich die schwanztragende, sehr erfolgreich vor, wie man fehlende Anatomie kompensiert. Aus dem anfänglichen Vorschlag, das kleine Katerchen würde ein Auto bekommen, hat sich mittlerweile eine geekischere Version entwickelt: der kleine Kater bekommt ein Holzschwert. Daran kann er sich zumindest die Krallen schärfen, wenn er sich mal wirklich zu Wehr setzen muss.
Freitag, 23. Mai 2008
YOU seem trustworthy- Would you care to join our noble quest?
Wo wir waren? Am Mittelalterfest im Böhmischen Prater in Wien! Wie es sich für anständige Geeks gehört natürlich in voller Gewandung, möglichst authentisch. Schonmal einen ganzen Tag trotz unbefestigter Straßen und teilweise sehr schlechtem Wetter dünne Lederbatscherl getragen? Nein? Gut, ich auch nicht. Aber Arthi :) Deswegen mussten wir auch jedesmal nach dem wir einen steinigen Felsweg entlang gegangen sind eine kurze Pause machen, damit Arthi seine Schuhe entrümpeln konnte...
Die meisten, die diesen Blog lesen, werden schon einmal auf einem Mittelaltermarkt gewesen sein. Für alle Unwissenden: Leute mit
Gestern war ein etwas außergewöhnlicher Mittelaltermarkt, weil -im Vergleich zu anderen Märkten- relativ wenige Gewandete da waren. Das mag an der Location oder an der Tageszeit liegen- aber es ist uns bereits auf dem Hinweg zum Markt aufgefallen. Als ob die Leute noch nie 3 Gewandete in der U-Bahn gesehen hätten. Von denen einer ein Katana trägt. Also wirklich.
Auf dem Markt selbst haben wir dann schnell die üblichen Verdächtigen gefunden und sind dann zu Viert bzw. zu Sechst über den Markt gezogen. Spätestens als wir eine "Taverne" betreten haben, erwachte das Rollenspielerkwiek in meinem Herzen- und die Pendants dazu in den Köpfen der anderen. Wir sind in einer Taverne- und was machen brave Rollenspieler in einer Taverne? Entweder sie suchen neue Kameraden oder sie sprechen den Barkeeper an ob er einen Auftrag für uns hat!
Und wie es nicht anders kommen konnte, packte Arthi sein umfangreiches Repertoir an Ziaten aus- denn es gibt nur einen wahren Spruch um neue Mitstreiter anzuwerben: "You seem trustworthy- would you care to join our noble quest?" aus dem (unter uns) oft zitierten Film "
Nachdem wir und an Hühnchen, die extra für uns geschlachtet wurden, gestärkt hatten, marschierten wir auf den Markt um uns auszurüsten. Die Hexe brauchte zum Glück keine Waffen, aber unser armer Kleriker (=Arthi) war noch unbewaffnet! Er entschied sich für eine Keule, die er danach locker den ganzen Tag schwenkte und unter anderem verhinderte, dass eine Freundin von einem beleidigten Rittersmann geköpft wurde... Aber nicht nur handelt es sich dabei um eine andere Geschichte- nein, man zieht in der U-Bahn gar keine Aufmerksamkeit mehr auf sich, wenn man seltsam gewandet ist. Nur, weil man eine kleine Keule hat...
Sonntag, 20. April 2008
Wenn Künstler kochen
Bei mir schaut die Sache ein bisschen anders aus. Durch die ersten Frühlingsstrahlen zwischen meinen Bücherregalen hervorgelockt, hat mich die gesamte Uniwoche der Wunsch geplagt, einen Gemüseeintopf zu kochen. Für waghalsige Küchenexperimente bleibt mir allerdings zur Zeit nur der Sonntag, weil ich unter der Woche zu lange Uni habe und nicht einsehe, warum ich früher aufstehen soll nur um zu kochen.
Deshalb hab ich mich heute ausgeschlafen in die Küche gestellt, und mit extra eingekauftem frischen Gemüse einen kleinen Eintopf zusammengestellt:
Dem geübten Auge wird die Zusammenstellung nicht entgangen sein:Lauch
Erdäpfel
Kohlrabi (als Erdäpfel getarnt)
Karotten
Ursprünglich wollte ich Karfiol dazugeben und keine Karotten. Aber dann hatte ich Lauch, Erdäpfel und Kohlrabi schon geschnitten, und sie haben von Frabe und Form her so schön zusammengepasst, dass ich sie nicht mit den Blumenstraußartigwachsenen Karfiolröschen zusammenwerfen wolle. Dafür habe ich als finalen Farbtupfer Karotten dazugetan, die meine Farbzusammenstellung perfekt abgerundet haben.
Auch beim Würzen wollte ich den Frühling/Sommer (je nachdem wie sich der Aprilwettergott gerade entscheidet) etwas Einzug halten lassen; außerdem hat mich ein Gedanke beim Aufwachen nicht losgelassen: "Rosmarin. Rosmarin..." Den hatte ich leider nur in meinen Kräutern der Provence zu Hause, dafür habe ich den Mangel mit Thymian kompensiert. Etwas Salz & eine kleine Prise Suppengewürz- perfekt!
Als Beilage gab es übrigens noch Hirse. Die hielt zwar die Igluform beim Servieren nicht perfekt ein, aber meiner Meinung nach war das Anrichten dennoch gelungen:
(Arthis Teller)
(Mein Teller, am bunten Löffel erkennbar)Ja- mein Auge hat manchmal doch mehr Hunger als mein Magen ;)
Dienstag, 1. April 2008
Marienkäferleichen
Heute bin ich zwischen zwei Vorlesungen im ersten Bezirk spazieren gegangen, weil die Sonne sich nach so langer Zeit endlich herausgetraut hat. Dabei sind mir die vielen toten Marienkäfer aufgefallen, die frisch aus der Winterstarre erwacht gleich den Menschen zum Opfer gefallen war...
Dabei ist das folgende Gedicht entstanden:
marienkäferleichen kleben am asphalt
haben sie den winter in knapper not durchlebt
nur um jetzt zu enden unter den füßen blinder menschen
waren sie die letzten boten eines verschwundenen frühlings…
Ich hoffe, es regt etwas zum Nachdenken an...
Samstag, 29. März 2008
Es tönen die Lieder
Der Nachbar kehrt wieder
Er schreit durch die Türe:
MUSIK LEISER!!!!
Wisst ihr, was der Nachteil ist, in einem Mehrparteienhaus zu leben? Nicht die ständig wiederkehrenden Nachbarn die um PC Rat bitten, auch nicht Cerberus oder gelegentlich durchdringende Schreie aus den Nachbarwohnungen (jaja, was die Nachts wohl immer treiben...). Nein, damit könnte ich leben, auch wenn der letzte Umstand auf unser größtes Problem hinweist: verdammt dünne Wände. Nicht so schlimm wie Papierwände aus in , aber wenn es in der Wohnung leise ist -was zugegebenermaßen selten genug vorkommt- hört man sogar das zarte Telefonklingeln der Nachbarin durch (oder deren Rauchmelder, je nachdem wo es brennt...). Und das bei drei bzw. zwei Metallern, die nichts lieber tun als den ganzen Tag Musik zu hören, vorzugsweise laut und mit sehr, sehr viel Bass.
Und genau das ist unser Problem, bzw. das unserer Nachbarn. Die mögen keinen Metal. Besonders nicht wenn er mitten in der Nacht aus den Nachbarwohnungen kommt.
Ja, und deshalb haben sie sich dann doch irgendwann einmal dazu entschieden sich bei uns zu beschweren. Nur, weil man die Musik teilweise noch 2 Stockwerke unter uns gehört hat. Dummerweise haben wir von den Beschwerden nicht viel mitgekriegt, weil unsere Wohnung von einem irrsinnigen Genie konstruiert wurde, dass die Klingel an den Anfang der Wohnung gesetzt hat- und die Schlafzimmer ans andere Ende, so dass wir keine Chance haben die Klingel bei abgeschaltener Musik zu hören... eigentlich können wir von Glück reden, nicht bereits von der Polizei überrannt worden zu sein... ;)
Das wahre Opfer unserer Musik sind allerdings nicht die Nachbarn, sondern Arthi, der es mittlerweile aufgegeben hat, selbst Musik zu hören. Warum?
Sein Zimmer liegt auf der einen Seite des Ganges (nicht der in Indien!), Josh und das Meine auf der anderen. Bei offenen Türen kommt es also zu interessanten Musiküberschneidungen, die sich genau in seinem Zimmer treffen, da seine Zimmertür ungefähr auf halbem Weg zwischen den beiden Zimmern liegt. Wenn ihr diese Szenerie zu Hause nachstellen wollt, macht folgendes: Nehmt zwei beliebige Musikquellen und positioniert sie an zwei verschiedenen Enden eines Raumes, am besten mit zwei möglichst verschiedenen Musikrichtungen, zB Irish Folk Rock und Dark Wave. Danach stellt ihr beides auf Über-Zimmerlautstärke und setzt euch auf einen Sessel zwischen den beiden Anlagen. Wenn ihr mutig seit, könnt ihr versuchen endgültig in Arthis Haut zu schlüpfen: Nehmt eine dritte Musikquelle und stellt sie direkt vor euch ab, aber nicht zu laut, weil ihr im Gegensatz zum Rest der Welt keine anderen Leute stören wollt.
Wenn Arthi rechtmäßig gute Mitbewohner hätte, könnten die ihm natürlich Ohropax oder Kopfhörer schenken, damit er trotzdem in Ruhe Musik hören kann. Als chaotisch gute (bzw. chaotisch böse, ich sag jetzt allerdings nicht auf wen von uns was zutrifft) Menschen haben wir uns dazu entschlossen, ihm eine Wackenkarte zu schenken. Im Endeffekt läuft es auf das selbe hinaus, wenn Arthi ohne Gehörschutz auf einem Festival rumläuft: Er hört unsere Musik nachher definitv nicht mehr.
Montag, 10. März 2008
Spontane Stofftierentenvermehrung
Peter, meine Stoffente, feiert dieses Jahr zu Ostern seinen ersten Geburtstag. Vor ziemlich genau zwölf Monaten war ich beim Billa einkaufen, geh an den Osterartikeln vorbei- und seh diese arme kleine Ente, in Plastik eingeschweißt, die Flügel zusammengebunden... natürlich habe ich ihn und seinen Bruder Peter befreit, der seit dem bei einer Freundin von mir untergekommen ist.
Da nun Stoffenten nicht gern allein sind und mich die Frühlingsgefühle eingeholt haben, konnte ich nicht widerstehen und habe Peter zwischen zwei Vorlesungen eine kleine Freundin besorgt. Nachdem sie während der Vorlesung mit mir in der ersten Reihe sitzen durfte (ich weiß nicht obs der Prof gesehen hat...), und das Thema "Deutsche Heldensagen des Mittelalters" war, war der Name der kleinen Stoffente schon besiegelt: Kudrun.
(Links Kudrun, Rechts Peter- ein süßes Paar!)Leider musste ich die beiden frisch verliebten Enten gleich alleine lassen, da ich aufgrund eines Notfalls in der Familie nach Hause gerufen wurde. So zusammengekuschelt haben die beiden dann das gesamte Wochenende verbracht, und als ich nach Hause gekommen bin, hatte sich die ganze Szenerie plötzlich ein kleines bisschen verändert:

Na, wem fällt der Unterschied auf?
Und das alles nur, weil ich vergessen habe, Peter und Kudrun ausreichend aufzuklären. Ihr seht liebe Kinder, was passiert wenn ich eure Stofftierchen sehr, sehr lieb haben und sich nicht ausreichend schützen!
Übrigens sind wir noch auf der Suche nach einem Namen für die kleine Ente, die verblüffende Ähnlichkeiten mit ihrer Mutter UND ihrem Vater aufweißt. Die Schnabelform hat sie eindeutig von Kudrun, das süße kleine Haarbüschel am Kopf vom Peter. Wer einen Vorschlag hat, wie wir das kleine Mädchen benennen soll, bitte einfach als Kommentar posten- es sollte eine schöne Stilmischung aus "Peter" und "Kudrun" sein!
Donnerstag, 21. Februar 2008
Hemmunglose, Leidenschaftliche.... Astronomie.
In freudiger Erwartung eines verdunkelten Mondes wollte ich mich auf Arthis Bett setzen, um von dort aus den Mond zu beobachten (mein Zimmer liegt auf der falschen Seite, der Mond ist nur von einem der Zimmer meiner Mitbewohner sichtbar). Wenn ich setzen sage, meine ich allerdings mit Anlauf. Auf den ein lautes Krachen folgte.
Arthi ist vor allem deshalb traurig, weil er nicht mit im Bett gesessen ist, wie es geschah. Dann hätte er wenigstens noch eine Geschichte gehabt, mit der er angeben kann. Das Krachen werden allerdings auch die Nachbarn unter uns gehört haben, die auf die Frage "was das gestern Nacht denn war" wahrscheinlich die Antwort "Das Bett ist unter meiner Mitbewohnerin zusammengebrochen" zu hören bekommen werden. (Diese Antwort hat mindestens zwei Deutungsmöglichkeiten- wer findet sie?).
Wenigstens kann er sich darauf freuen, morgen seine Mutter anzurufen, um ihr davon zu erzählen. Ja, ehrlich. Sein erster Satz wird ähnlich lauten wie die Überschrift dieses Eintrags...
Dieser Eintrag ist Arthi und seinem Bett gewidmet.
Frühlingsbeginn!
Neugierig wie ich bin, hab ich dann gleich mal nachgeschaut was eigentlich am 21. März im Kalender steht:
Aha! Keine Rede mehr vom Frühlingsbeginn, dafür aber Karfreitag. Wurde jetzt der arme 21. März seines Frühlingsbeginns beraubt, weil zufälligerweise ein Feiertag auf ihn fällt? Gilt dann der neue Frühlingsbeginn nur in christlichen Ländern, während der Frühling im Rest der Welt ganz normal beginnt? Ich hoffe nur, Mutter Natur wurde über diese Verschiebung in Kenntnis gesetzt.Falls ihr euch über diesen Eintrag wundert- wir haben uns heute dazu entschieden länger aufzubleiben um die Mondfinsternis zu beobachten. Im Gegensatz zur Bildzeitung kennen wir nämlich sogar den Unterschied zwischen dem normalen Ryhtmus im Wandel des Mondes und einer total Mondfinternis. Das hat allerdings nur noch wenig mit der WG zu tun, sondern mit Mäusen und Antimäusen die den Mondkeks fressen.
Mittwoch, 20. Februar 2008
Archäologie am Esstisch
Informatiker Nr°2, Arthi, hat heute seinem inneren Kind einen großen Wunschtraum erfüllt. Das wollte nämlich schon immer Archäologe werden, Spezialgebiet natürlich -wie könnte es anderes sein- Dinosaurier. Deshalb konnte er sich die Gelegenheit, die ihm seine Lieblings-Mitbewohnerin heute anbot, nicht entgehen lassen. In der neuesten Ausgabe der Frag doch mal die Maus Zeitschrift (soviel zum inneren Kind) gab es ein Dinosaurier Skelett, in Gips eingegossen, zum selbst freilegen!
Ganz klar, dass dieses lang herbeigesehnte Ereignis anständig zelebriert werden musste. Am Esstisch. Auch ich legte voller Begeisterung los, wurde aber bald des Pinsels und des Meisels entrissen, da ich die "die Knochen beschädigte".
Dafür legte Arthi erst richtig los...
Herausgekommen ist dann dieser kleine Dinosaurier:
Und natürlich ein Haufen Gips, der am Esstisch zurückgeblieben ist. Teile davon haben sich zu einer interessanten Form der Tischmalerei weiterentwickelt:
Ob so auch Höhlenmalerei enstanden ist? Durch gelangweilte Kwiek, die von ihren Mitbewohnern ihres Gipsblocks entrissen wurden und sich deshalb dazu genötigt sahen den Esstisch etwas zu verzieren?Soviel zu meinem inneren Kind!
Sonntag, 17. Februar 2008
Ein Märchen
Das Märchen von Friedrich dem Ampelmännchen
Vor langer Zeit, in einem längst untergegangenen Königreich, lebte ein kleines grünes Ampelmännchen zusammen mit einem kleinen roten Ampelmännchen in einer Ampel. Obwohl sie so lange in derselben Ampel wohnten, konnten sich die beiden Ampelmännchen nie ins Angesicht blickten. Denn das kleine rote Ampelmännchen wohnte in der oberen Etage, das kleine grüne Ampelmännchen in der unteren. Abwechselnd leuchtete eines der beiden Ampelmännchen in die Welt hinaus, während das andere eine Pause machte. So vergingen lange Jahre, in denen immer ein Ampelmännchen arbeitete, während das andere Pause machte. Nur nachts, wenn auch die Ampel schlief, konnten die beiden Ampelmännchen ruhen. Dann unterhielten sie sich, über die vielen Dinge, die sie von der Ampel aus hatten beobachten können. Meist schlief eines der beiden Ampelmännchen zu den Erzählungen des anderen Ampelmännchens ein, bis das Licht der Ampel sie am nächsten Morgen aus dem Schlaf riss.
Dann ging das Königreich in dem die Ampelmännchen arbeiteten unter. Die Ampeln, die bis zu diesem Zeitpunkt im ganzen Königreich geleuchtet hatten, verblassten, und wurden durch andere Ampeln ersetzt. So verloren Friedrich und das rote Ampelmännchen ihre Arbeit. Sie wurden zusammen mit vielen anderen Ampelmännchen ausgemustert, und kamen auf eine Deponie, außerhalb einer großen Stadt. Dort verbrachten sie viele Jahre, in denen kein Licht mehr leuchtete. Aber Friedrich und das rote Ampelmännchen hatten einander. Sie hörten nie auf, miteinander zu reden, sich Geschichten aus längst vergangenen Tagen zu erzählen.
Eines Tages kamen fremde Menschen auf die Deponie. Sie begannen, nach und nach jede Ampel zu holen, und die kleinen Ampelmännchen aus ihren Ampeln herauszuschneiden. Danach wurden sie zu Schmuck verarbeitet, den die Menschen an ihren Kleidern und Taschen trugen. Aber Friedrich und das rote Ampelmännchen traf das Schicksal hart- da grüne Ampelmännchen begehrter waren als rote, wurde Friedrich von seinem Gefährten weggerissen. Ohne es jemals sehn zu dürfen wurde er von den Fremden in die Ferne entführt, während das rote Ampelmännchen in der Ungewissheit zurückblieb, ohne zu wissen, ob es jemals gebraucht werden würde.
Friedrich kam in ein Geschäft, gemeinsam mit vielen anderen Ampelmännchen. Zuerst hoffte er, sein rotes Ampelmännchen dort wieder zusehen. Er rief nach ihm, lange, lange Zeit. Aber die anderen Ampelmännchen verstanden ihn nicht. Sie sprachen nicht dieselbe Ampelmännchensprache wie er, da sie zu lange Zeit in verschiedenen Ampeln gelebt hatten. So verbrachte Friedrich lange Zeit in dem Laden, immer nach seinem roten Ampelmännchengefährten singend. Aber es antwortete nicht.
Er hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben, als er eines Tages etwas anderes Rotes an ihm vorbeigehen sah. In der Hoffnung, nun endlich das andere Ampelmännchen wieder zusehen begann er so laut zu singen wie er konnte. Und dann geschah ein Wunder. Das rote Etwas war zwar nicht das von Friedrich herbeigesehnte Ampelmännchen, aber dafür ein Wesen, das Friedrichs Gesang verstand. Sie nahm ihn auf, kaufte ihn frei und versprach ihm gemeinsam das rote Ampelmännchen zu finden.
Leider lebt das rote Etwas in einem anderen Königreich, und war nur kurz zu Besuch in Friedrichs Heimat. Dennoch hat sie ihm versprochen, die Kunde seiner traurigen Geschichte in die Welt hinauszutragen, bis er eines Tages sein rotes Ampelmännchen wieder findet. Bis dahin begleitet er sie, an einer Tasche hängend, immer nach seinem Gefährten Ausschau haltend…
Mittwoch, 9. Januar 2008
Marshmallows grillen am Kerzenschein
Nachdem wir zweitere Möglichkeit zunächst ausgeschlossen hatten, haben wir uns an Ersterer versucht. Diese hat die Pyromanen in uns aber nicht glücklich gestellt, weshalb wir zunächst überlegten, ein Feuer auf dem Parkett zu legen. Nachdem uns das verboten wurde (Ja, auch in unserer WG gibt es ab und zu eine Stimme der Vernunft. Meistens endet sie zwar gefesselt und geknebelt in einer Ecke, aber manchmal kann sie sich doch durchsetzen...) gingen wir zu einer kleineren Variante über: Kerzen. Das dauert zwar länger, aber zum Glück waren die Marshmallows von der kleineren Sorte, und haben trotzdem leicht Feuer gefangen.

So sah das ganze gelöscht aus:

Und so hätte der Vorgang eigentlich aussehen sollen.

Langweilig, nicht wahr? Außerdem gibt Acrylamid dem ganzen erst die richtige Würze...
Um begeisterten Lesern dieses Beitrags zu zeigen, wie man Marshmallows richtig über Kerzen grillt bzw. verkohlt, bieten Wug und ich demnächst exklusiv in der Chaos-WG eine Vortragsreihe an:
Marshmallows grillen- und wie man es richtig macht!
1. Wie zünde ich die Kerze an? [Diese Lektion kann von Pyromanen nach dem Vorzeigen ihres Vorstrafenregisters übersprungen werden]
2. Wie benutze ich Stäbchen um damit meine Marshmallows aufzuspießen? (und mich dabei nach Möglichkeit nicht selbst verletze)
3. Für Feinschmecker: Der Dip ins Wachs. Vorteile von Duftkerzen gegenüber normalen Kerzen.
Die Direktinjektion in den Mund muss aus Budgetgründen leider entfallen.
Danke an Plüschente für die genialen Fotos!
Sonntag, 6. Januar 2008
Die Sache mit der Narrenfreiheit und warum Kwieks Fischstäbchen von Cerberus gefressen wurden.
Dementsprechend sind die anderen Mieter auch eher konventionell. Nicht, dass so etwas schlecht wäre… nur wir sind es sicher nicht. Und deshalb haben wir bei der Klobürstensachen und anderen Kleinigkeiten dieser Art eigentlich mit Ärger gerechnet. Vor allem weil die Hausmeisterin nur zwei Türen weiter wohnt.
Aber… gleich nach dem Einzug erfuhr die gute Dame das es sich bei meinen lieben Mitbewohnern um Informatiker handelt. Und bei unserer Hausmeisterin um eine ~60 Jährige Frau, die zwar regelmäßig einen Computer braucht um Protokolle zu schreiben, sich aber weder mit Blechtrotteln auskennt noch mag.
Na? Wie passt das zusammen?
Richtig! Nur ein paar Wochen nach unserem Einzug wurde Arthi schon von der Nachbarin angesprochen, ob er nicht einmal beim PC helfen könne, denn ihr Drucker würde nicht funktionieren. Und natürlich half er! Wer will es sich schon mit der Hausmeisterin verscheißen?
So kam es, dass wir eines Sonntagnachmittags bzw. Abends beim Frühstück saßen. Zwischen zwei Fischstäbchen läutete es an der Tür, und die Nachbarin fragte an, ob wir nicht etwas Zeit hätten. Natürlich wurde die Sache auf die Zeit nach dem Essen verschoben, aber da Kwieks Magen etwas kleiner ist als Informatiker Mägen, die Fischstäbchenzahl aber die Selbe war, blieben anderthalb Stücke des frittierten Goldes auf dem Tellerchen liegen…
Aus der Computerhilfsaktion wurde ein wildes Herum-Gerenne zwischen den Beiden Wohnungen: 2 Informatiker, ein Kwiek und eine Hausmeisterin mit ihrem Schäferhund (der von uns nur noch als Cerberus bezeichnet wird, weil er jedes Mal das Haus zusammenbellt wenn wir an der Tür vorbeigehen) rannten von einer Wohnung in die Andere, um Disketten zu suchen, als die nicht funktionierten einen USB Stick, dann einen Treiber für den USB Stick… Im Endeffekt war der Drucker kaputt, das Protokoll druckten wir aus und Arthi musste geloben, bei der Auswahl eines neuen Druckers zu helfen. Nach der Rückkehr in die Wohnung stelle ich mit Schrecken fest, dass MEINE Fischstäbchen von MEINEM Teller verschwunden waren. Könnt ihr euch den Schock vorstellen, der meine Glieder durchfuhr? Vom Hunger gepeinigt und von Wut aufgestachelt schrieb ich ein Post-it und klebte es an die Tür der Hausmeisterin: „Ihr Hund hat meine Fischstäbchen gefressen. Mit freundlichen Grüßen ******".
15 Minuten später klingelte es abermals an der Tür. Wieder die Hausmeisterin, mit einem Gemüsestrudel als Entschädigung, den Arthi in Empfang war, da ich gerade am Telefon meiner Mutter meine großen seelischen Qualen schilderte. Deshalb kam sie kurz darauf wieder, um sich persönlich bei mir zu entschuldigen. Wie unangenehm ihr die ganze Sache sei, und dass Cerberus so etwas normalerweise nie machen würde.
Donnerstag, 3. Januar 2008
Es grünt so grün wenn die Klobürsten blüh'n!
Wie grün sind deine Borsten?
Du grünst nicht nur zur Trockenzeit,
Nein auch im Häusl' wenn es scheißt
Oh Klobürste, Oh Klobürste,
Wie grün sind deine Borsten?
Ja, ich weiß. Weihnachten ist vorbei. Aber um allen potentiellen Lesern die Weihnachtsgefühle erst jetzt endgültig abzutöten -wenn 3 Tage Dauerfressen und Familiengefühle das nicht geschafft haben sollten- kommt der folgende Post erst jetzt.
Eigentlich hat sich alles ja schon im November zugetragen. Als nämlich alle unsere Nachbarn im Haus (wir wohnen in einem Mehrparteienhaus mit 40 Wohnungen) begannen, alt bekannte Kränze und Mistelzweige an die Türen zu hängen- da keimte auch in mir der Wunsch, etwas Weihnachtsstimmung in unsere 4 Wände zu bringen.
Aber nicht etwa mit einem Kranz, der mit geschmacklosen rot gekleideten Fettsäcken verziert ist. Oder dürres Gestrüpp, das in die Biotonne gehört. Ich wollte etwas zu unserer Kultur und WG passendes, alle Jahre wieder verwendbares und auf diese Weise die Umwelt schonendes.
Ich musste nicht weit gehen, um Erleuchtung zu finden. Um genau zu sein nur in den Sanitärartikeldiscounter, der keine 5 Minuten von uns weg ist. Und dort fand ich....

.... zwei Klobürsten!
Die waren schnell grün bemalt und mit rotem Band verziert (Solches, das normalerweise auf Christbäume kommt und dann von Katzen gefressen wird.)

Natürlich scheuten wir nicht davor das Ergebnis auch auf die Tür zu hängen.

Nach mehreren Computerproblemen unserer Hausmeisterin, die allesamt von meinen Mitbewohnern gelöst wurden, genießen wir eine gewissen Narrenfreiheit im Haus... Und selbst wenn, wär's uns sooowas von egal. Spätestens zu Ostern wird das nächste mal gebastelt- dann bekommt ein Osterhase süße Hasenohren. Ratet einmal aus was.