Dementsprechend sind die anderen Mieter auch eher konventionell. Nicht, dass so etwas schlecht wäre… nur wir sind es sicher nicht. Und deshalb haben wir bei der Klobürstensachen und anderen Kleinigkeiten dieser Art eigentlich mit Ärger gerechnet. Vor allem weil die Hausmeisterin nur zwei Türen weiter wohnt.
Aber… gleich nach dem Einzug erfuhr die gute Dame das es sich bei meinen lieben Mitbewohnern um Informatiker handelt. Und bei unserer Hausmeisterin um eine ~60 Jährige Frau, die zwar regelmäßig einen Computer braucht um Protokolle zu schreiben, sich aber weder mit Blechtrotteln auskennt noch mag.
Na? Wie passt das zusammen?
Richtig! Nur ein paar Wochen nach unserem Einzug wurde Arthi schon von der Nachbarin angesprochen, ob er nicht einmal beim PC helfen könne, denn ihr Drucker würde nicht funktionieren. Und natürlich half er! Wer will es sich schon mit der Hausmeisterin verscheißen?
So kam es, dass wir eines Sonntagnachmittags bzw. Abends beim Frühstück saßen. Zwischen zwei Fischstäbchen läutete es an der Tür, und die Nachbarin fragte an, ob wir nicht etwas Zeit hätten. Natürlich wurde die Sache auf die Zeit nach dem Essen verschoben, aber da Kwieks Magen etwas kleiner ist als Informatiker Mägen, die Fischstäbchenzahl aber die Selbe war, blieben anderthalb Stücke des frittierten Goldes auf dem Tellerchen liegen…
Aus der Computerhilfsaktion wurde ein wildes Herum-Gerenne zwischen den Beiden Wohnungen: 2 Informatiker, ein Kwiek und eine Hausmeisterin mit ihrem Schäferhund (der von uns nur noch als Cerberus bezeichnet wird, weil er jedes Mal das Haus zusammenbellt wenn wir an der Tür vorbeigehen) rannten von einer Wohnung in die Andere, um Disketten zu suchen, als die nicht funktionierten einen USB Stick, dann einen Treiber für den USB Stick… Im Endeffekt war der Drucker kaputt, das Protokoll druckten wir aus und Arthi musste geloben, bei der Auswahl eines neuen Druckers zu helfen. Nach der Rückkehr in die Wohnung stelle ich mit Schrecken fest, dass MEINE Fischstäbchen von MEINEM Teller verschwunden waren. Könnt ihr euch den Schock vorstellen, der meine Glieder durchfuhr? Vom Hunger gepeinigt und von Wut aufgestachelt schrieb ich ein Post-it und klebte es an die Tür der Hausmeisterin: „Ihr Hund hat meine Fischstäbchen gefressen. Mit freundlichen Grüßen ******".
15 Minuten später klingelte es abermals an der Tür. Wieder die Hausmeisterin, mit einem Gemüsestrudel als Entschädigung, den Arthi in Empfang war, da ich gerade am Telefon meiner Mutter meine großen seelischen Qualen schilderte. Deshalb kam sie kurz darauf wieder, um sich persönlich bei mir zu entschuldigen. Wie unangenehm ihr die ganze Sache sei, und dass Cerberus so etwas normalerweise nie machen würde.
2 Kommentare:
Ich kenne da eine analfixierte Person, die Spaß daran hätte, das mit dem Strudel zu machen...
Ich meine natürlich Bob!
Tja, und wer sich jetzt fragt, wer Bob ist, sollte die nächsten Posts abwarten ^^
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