Mittwoch, 9. Januar 2008

Marshmallows grillen am Kerzenschein

Wug war über Silvester bei uns in Wien. Wug, das ist keine Babynahrung oder eine Kaffeebohnensorte (auch wenn er letzteres sicher gerne wäre) sondern noch ein Informatiker. Dadurch, und durch eine Plüschente, die ihm Gesellschaft leistete, verdoppelte sich der Informatikeranteil in der WG spontan. Und das bei einer gleich bleibenden Germanistinnenzahl. (Wer jetzt Mitleid mit mir hat, kann sich gern mal meine Amazonwunschliste näher anschauen, um meine arme Seele von ihrem Pein zu erlösen... *hüstl*) Neben zahlreichen Diskussionen über Hard- und Software stand auch eine Menge Blödsinn am Programm, unter anderem die Plünderung mehrere "exotischer" Geschäfte in der Nähe des Wiener Naschmarkt. In einem Geschäft, das primär amerikanische Waren führt, entdeckten wir neben schwarzer Lebensmittelfarbe auch eins der klischeeträchtigstenMarshmallow. Jawohl, die kleinen, weißen, weichen Knubbeldinger, die zumindest in Österreich auch unter dem Namen Mäusespeck bekannt sind. Wer sich etwas mit der amerikanischen Kultur oder zumindest Filmen beschäftigt hat, wird die beiden traditionellen Varianten Marshmallows zu verzehren kennen: Im Kakao oder leicht geschmolzen über Lagerfeuer.

Nachdem wir zweitere Möglichkeit zunächst ausgeschlossen hatten, haben wir uns an Ersterer versucht. Diese hat die Pyromanen in uns aber nicht glücklich gestellt, weshalb wir zunächst überlegten, ein Feuer auf dem Parkett zu legen. Nachdem uns das verboten wurde (Ja, auch in unserer WG gibt es ab und zu eine Stimme der Vernunft. Meistens endet sie zwar gefesselt und geknebelt in einer Ecke, aber manchmal kann sie sich doch durchsetzen...) gingen wir zu einer kleineren Variante über: Kerzen. Das dauert zwar länger, aber zum Glück waren die Marshmallows von der kleineren Sorte, und haben trotzdem leicht Feuer gefangen.



So sah das ganze gelöscht aus:




Und so hätte der Vorgang eigentlich aussehen sollen.


Langweilig, nicht wahr? Außerdem gibt Acrylamid dem ganzen erst die richtige Würze...
Um begeisterten Lesern dieses Beitrags zu zeigen, wie man Marshmallows richtig über Kerzen grillt bzw. verkohlt, bieten Wug und ich demnächst exklusiv in der Chaos-WG eine Vortragsreihe an:

Marshmallows grillen- und wie man es richtig macht!
1. Wie zünde ich die Kerze an? [Diese Lektion kann von Pyromanen nach dem Vorzeigen ihres Vorstrafenregisters übersprungen werden]
2. Wie benutze ich Stäbchen um damit meine Marshmallows aufzuspießen? (und mich dabei nach Möglichkeit nicht selbst verletze)
3. Für Feinschmecker: Der Dip ins Wachs. Vorteile von Duftkerzen gegenüber normalen Kerzen.

Die Direktinjektion in den Mund muss aus Budgetgründen leider entfallen.

Danke an Plüschente für die genialen Fotos!

Sonntag, 6. Januar 2008

Die Sache mit der Narrenfreiheit und warum Kwieks Fischstäbchen von Cerberus gefressen wurden.

In meinem vorigen Beitrag habe ich die Narrenfreiheit erwähnt, die wir unter der Herrschaft der Hausmeisterin genießen. Dazu muss zuerst einmal die Ausgangssituation erzählt werden: wir wohnen in einem Wohnhaus, in dem die meisten Leute seit dem Einzug wohnen, der Altersdurchschnitt nicht sonderlich niedrig ist. Klar, Kinder gibt's hier auch- aber die wohnen alle noch bei ihren Eltern. Und DAS kann ich von uns zum Glück nicht behaupten.

Dementsprechend sind die anderen Mieter auch eher konventionell. Nicht, dass so etwas schlecht wäre… nur wir sind es sicher nicht. Und deshalb haben wir bei der Klobürstensachen und anderen Kleinigkeiten dieser Art eigentlich mit Ärger gerechnet. Vor allem weil die Hausmeisterin nur zwei Türen weiter wohnt.

Aber… gleich nach dem Einzug erfuhr die gute Dame das es sich bei meinen lieben Mitbewohnern um Informatiker handelt. Und bei unserer Hausmeisterin um eine ~60 Jährige Frau, die zwar regelmäßig einen Computer braucht um Protokolle zu schreiben, sich aber weder mit Blechtrotteln auskennt noch mag.


Na? Wie passt das zusammen?

Richtig! Nur ein paar Wochen nach unserem Einzug wurde Arthi schon von der Nachbarin angesprochen, ob er nicht einmal beim PC helfen könne, denn ihr Drucker würde nicht funktionieren. Und natürlich half er! Wer will es sich schon mit der Hausmeisterin verscheißen?

So kam es, dass wir eines Sonntagnachmittags bzw. Abends beim Frühstück saßen. Zwischen zwei Fischstäbchen läutete es an der Tür, und die Nachbarin fragte an, ob wir nicht etwas Zeit hätten. Natürlich wurde die Sache auf die Zeit nach dem Essen verschoben, aber da Kwieks Magen etwas kleiner ist als Informatiker Mägen, die Fischstäbchenzahl aber die Selbe war, blieben anderthalb Stücke des frittierten Goldes auf dem Tellerchen liegen…

Aus der Computerhilfsaktion wurde ein wildes Herum-Gerenne zwischen den Beiden Wohnungen: 2 Informatiker, ein Kwiek und eine Hausmeisterin mit ihrem Schäferhund (der von uns nur noch als Cerberus bezeichnet wird, weil er jedes Mal das Haus zusammenbellt wenn wir an der Tür vorbeigehen) rannten von einer Wohnung in die Andere, um Disketten zu suchen, als die nicht funktionierten einen USB Stick, dann einen Treiber für den USB Stick… Im Endeffekt war der Drucker kaputt, das Protokoll druckten wir aus und Arthi musste geloben, bei der Auswahl eines neuen Druckers zu helfen. Nach der Rückkehr in die Wohnung stelle ich mit Schrecken fest, dass MEINE Fischstäbchen von MEINEM Teller verschwunden waren. Könnt ihr euch den Schock vorstellen, der meine Glieder durchfuhr? Vom Hunger gepeinigt und von Wut aufgestachelt schrieb ich ein Post-it und klebte es an die Tür der Hausmeisterin: „Ihr Hund hat meine Fischstäbchen gefressen. Mit freundlichen Grüßen ******".

15 Minuten später klingelte es abermals an der Tür. Wieder die Hausmeisterin, mit einem Gemüsestrudel als Entschädigung, den Arthi in Empfang war, da ich gerade am Telefon meiner Mutter meine großen seelischen Qualen schilderte. Deshalb kam sie kurz darauf wieder, um sich persönlich bei mir zu entschuldigen. Wie unangenehm ihr die ganze Sache sei, und dass Cerberus so etwas normalerweise nie machen würde.

Tja, das war vor zwei Monaten. Den Gemüsestrudel hat noch immer keiner gegessen, aber vielleicht wird er dem nächsten Vegetarier, der sich in die Wohnung verirrt, anal eingeführt. Ja, das ist eine andere Geschichte. Aber wollt ihr die wirklich wissen?

Donnerstag, 3. Januar 2008

Es grünt so grün wenn die Klobürsten blüh'n!

Oh Klobürste, Oh Klobürste
Wie grün sind deine Borsten?
Du grünst nicht nur zur Trockenzeit,
Nein auch im Häusl' wenn es scheißt
Oh Klobürste, Oh Klobürste,
Wie grün sind deine Borsten?

Ja, ich weiß. Weihnachten ist vorbei. Aber um allen potentiellen Lesern die Weihnachtsgefühle erst jetzt endgültig abzutöten -wenn 3 Tage Dauerfressen und Familiengefühle das nicht geschafft haben sollten- kommt der folgende Post erst jetzt.
Eigentlich hat sich alles ja schon im November zugetragen. Als nämlich alle unsere Nachbarn im Haus (wir wohnen in einem Mehrparteienhaus mit 40 Wohnungen) begannen, alt bekannte Kränze und Mistelzweige an die Türen zu hängen- da keimte auch in mir der Wunsch, etwas Weihnachtsstimmung in unsere 4 Wände zu bringen.
Aber nicht etwa mit einem Kranz, der mit geschmacklosen rot gekleideten Fettsäcken verziert ist. Oder dürres Gestrüpp, das in die Biotonne gehört. Ich wollte etwas zu unserer Kultur und WG passendes, alle Jahre wieder verwendbares und auf diese Weise die Umwelt schonendes.

Ich musste nicht weit gehen, um Erleuchtung zu finden. Um genau zu sein nur in den Sanitärartikeldiscounter, der keine 5 Minuten von uns weg ist. Und dort fand ich....


.... zwei Klobürsten!
Die waren schnell grün bemalt und mit rotem Band verziert (Solches, das normalerweise auf Christbäume kommt und dann von Katzen gefressen wird.)



Natürlich scheuten wir nicht davor das Ergebnis auch auf die Tür zu hängen.



Nach mehreren Computerproblemen unserer Hausmeisterin, die allesamt von meinen Mitbewohnern gelöst wurden, genießen wir eine gewissen Narrenfreiheit im Haus... Und selbst wenn, wär's uns sooowas von egal. Spätestens zu Ostern wird das nächste mal gebastelt- dann bekommt ein Osterhase süße Hasenohren. Ratet einmal aus was.