Montag, 9. Juni 2008

Urlaub zu Hause

Urlaub zu Hause- wie schön kann das sein! Man erspart sich nervige Fahrten oder Flüge, Impfungen, Lokales Essen, deutsche Touristen -wobei ich das nicht unbedingt von meiner Wohnung behaupten könnte, aber ich weiß ja nicht, was ihr euch so im Haus haltet.
Aber was kann man zu Hause machen? Man kann auf Wohnzimmersafari gehen, Erlebnisurlaub in der Küche (Schutzimpfungen vor dem Besuch des Kühlschranks nicht vergessen!) oder einfach mal zwei Wochen im Bett bleiben und sich wegträumen. Vor allem für Studenten eine günstige Alternative fürs wegfahren, weil wir ja sowieso kein Geld haben weil wir arme, kleine Schlucker sind die jenseits der Armustgrenze vor uns hinvegetieren... Aber nein, bevor ich hier meine Kontonummer für Spenden bekannt gebe, möchte ich auf eine neue Möglichkeit für Heimurlaub hinweisen:
Tauchen.
Nicht meine Idee, aber die einer meiner Mitbewohner. Und nein, ich meine jetzt nicht schnorcheln in der Badewanne, sondern wirkliches Tauchen, in dunkle Gewässer vordringen in die sich bis jetzt noch kein Mensch getraut hat! Voller Mut hinabtauchen, die Oberfläche hinter sich lassen! Wo das in einer Wohnung gehen soll? Diese Erkenntnis hat sich mir heute offenbart als ich eine Tauchzeitschrift auf unserem Klo gefunden habe! Ich lasse jetzt mal vorneweg, wer die dort deponiert hat- aber die Idee ist nicht nur preiswert sondern auch einzigartig! Denn so nen Scheiß macht euch so schnell keiner nach... bzw. kommt keiner nach!

Sonntag, 8. Juni 2008

Guten Morgen im Mittelalter!

Das Wesen, das unsere Wohnung entworfen haben muss, hatte anscheinend zwei Grundlegende Probleme: Zum einen hatte es keine Ahnung von Architektur, zum anderen hatte es eine sehr, sehr gute Blase. Zweiteres wäre für uns ja kein Problem gewesen, aber leider führt hier auch der Mangel an Problemen und damit verbundenem Einfühlvermögen zu Schwierigkeiten.
Wie komme ich darauf?
Unsere Wohnung liegt, wie vielleicht schon erwähnt, im obersten Stock. Wir haben schöne Dachschrägenfenster, die uns das Leben im Sommer zur Hölle machen (oke, dort ist es vielleicht ein paar Grad kühler). Dafür haben wir einen schönen Ausblick, und das ist doch auch etwas wert.
Der nächste Konstruktionsfehler ist nicht so leicht zu verzeihen, besonders wenn man nach einer stark durchzech- ähm ich meinte natürlich durchlernten Nacht voller Schlaf aufs Klo gehen will. Dann steht man auf, die Welt um sich herum dreht sich fröhlich- und man wäre froh, wenn man es nicht so weit zum Klo hätte.
Wenn. Das ist das springende Wort. Denn unsere Schlafzimmer befinden sich am anderen Ende der Wohnung. Wenn wir also mitten in der Nacht aufs Klo müssen, müssen wir zuerst durch den Gang vor unseren Zimmern, dann durchs Wohnzimmer wo wir von hungrigen Wegelagerern belästigt werden und dann nochmal durch den Gang vor Küche und Klo. Und natürlich den ganzen Weg nochmal zurück. Das Badezimmer befindet sich übrigens bei den Wohnzimmern- also -diesmal vom Klo aus gesehen- am anderen Ende der Wohnung.
Aber wir sind Studenten, und das nicht ohne Grund. Immerhin sind wir die Elite der Gesellschaft, gut aussehend und überaus kluk. Heute sind wir auf die Idee gekommen, wie wir uns dieser schrecklichen Situation entledigen können: mit einem Nachttopf! Und weil wir ja auch Mittelalterfans sind, wissen wir genau, wie man so einen Nachttopf entleert: aus dem Fenster rauskippen!
Das war dann der Moment, an dem sich Arthi eingemischt hat, mit dem freundlichen Vermerk, dass wir ja ein Dachschrägenfenster haben. Und uns von der Senkrechte 1,5m trennen. Und es hier oben heiß wird... ich glaube, jeder der schon einmal auf einem Festival war, wird wissen, was ich meine...
Aber -wie schon einmal erwähnt- sind wir ja kluke Studenten und wissen uns zu helfen: deshalb werden wir den Nachttopf bei nächster Gelegenheit einfach im Treppenhaus in den Keller hinunterleeren... Und wenn die Hausmeisterin mit ihrem Zerberus zufälligerweise aus ihrer Wohnung kommt, beobachten darf, wie jemand von uns die Erzeugnisse einer Nacht in ihr schönes Treppenhaus schüttet... ja, dann fragen wir sie einfach, wie es ihrem Drucker geht!



PS: wenn dich die Idee allein nicht erschreckt, ekelt oder belustigt: dann vielleicht die Tatsache, dass wir beim Essen drauf gekommen sind...
Ein freundliches Dankeschön geht übrigens an K., fürs zur Verfügung stellen des Nachttopfs.

Sonntag, 1. Juni 2008

Nachtrag

Hier ein keiner Nachtrag zum "You seem trustworthy"-Post vom 23. Mai. Mein Mitbewohner müsste für eine Prüfung am Montag lernen, dementsprechend wichtig ist es ihm, sich gebührend abzulenken:

Wir kompensieren!

Schon vor der EM ist ganz Wien "Fußballnarrisch"- alle freuen sich auf das bevorstehende "Mega-Event" (als obs so ein Wort nicht auf Deutsch gebe!) und tun so, als hätte Österreich eine reale Chance, bei der EM was zu reißen. (es ist wirklich erstaunlich, wie gut man drüber hinweg sehen kann, dass wir uns seit '64 nicht mehr für eine EM qualifiziert haben...). Und weil wir Österreicher sind, kompensieren wir den schmerzlichen Gedanken, dass unsere Fußballnationalmannschaft bestenfalls als Rasenschmuck verwendet werden kann mit dem einzigen legitimen Mittel: einer Überportion Patriotismus. Selbst renommierte Zeitungen sind im "EM-Fieber" (Ich finde schön, dass dieser Zustand schon im Vorhinein als Krankheit bezeichnet wird, dass erspart die Notwendigkeit neuer Wortschöpfungen). Wie vor 2 Jahren in Deutschland sieht man an vielen Autos Österreichflaggen, die von manchem Schlaukopf auch schonmal in voller Fahrt verloren werden, weil er/sie das Fenster öffnet. Im Grunde eine gute Idee- endlich sind auffällige Leute im Straßenverkehr zuverlässig gekennzeichnet! Darauf haben wir restlichen Autofahrer ja schon seit Jahren gewartet.

So sind wir Österreicher wenigstens im Kompensieren vom mangelnden Fußballkönnen Meister. Denn darin haben wir, wie sogar bei uns in der WG zu bemerken ist, sehr viel Erfahrung. Beim Kochen kompensieren wir zu viel Zitrone mit noch mehr Paprika und Thymian, und auch bei unseren Haustieren sind wir erfinderisch. Anfang Mai hat die Katze meiner Eltern Junge zu Welt gebracht-nur hat aufgrund eines Gendefekts eines ihrer Babys einen kleinen, unterentwickelten Schwanz. Aber das macht ja nichts- seit Jahrhunderten zeigt uns eine Hälfte der Weltbevölkerung, nämlich die schwanztragende, sehr erfolgreich vor, wie man fehlende Anatomie kompensiert. Aus dem anfänglichen Vorschlag, das kleine Katerchen würde ein Auto bekommen, hat sich mittlerweile eine geekischere Version entwickelt: der kleine Kater bekommt ein Holzschwert. Daran kann er sich zumindest die Krallen schärfen, wenn er sich mal wirklich zu Wehr setzen muss.