Donnerstag, 21. Februar 2008
Hemmunglose, Leidenschaftliche.... Astronomie.
In freudiger Erwartung eines verdunkelten Mondes wollte ich mich auf Arthis Bett setzen, um von dort aus den Mond zu beobachten (mein Zimmer liegt auf der falschen Seite, der Mond ist nur von einem der Zimmer meiner Mitbewohner sichtbar). Wenn ich setzen sage, meine ich allerdings mit Anlauf. Auf den ein lautes Krachen folgte.
Arthi ist vor allem deshalb traurig, weil er nicht mit im Bett gesessen ist, wie es geschah. Dann hätte er wenigstens noch eine Geschichte gehabt, mit der er angeben kann. Das Krachen werden allerdings auch die Nachbarn unter uns gehört haben, die auf die Frage "was das gestern Nacht denn war" wahrscheinlich die Antwort "Das Bett ist unter meiner Mitbewohnerin zusammengebrochen" zu hören bekommen werden. (Diese Antwort hat mindestens zwei Deutungsmöglichkeiten- wer findet sie?).
Wenigstens kann er sich darauf freuen, morgen seine Mutter anzurufen, um ihr davon zu erzählen. Ja, ehrlich. Sein erster Satz wird ähnlich lauten wie die Überschrift dieses Eintrags...
Dieser Eintrag ist Arthi und seinem Bett gewidmet.
Frühlingsbeginn!
Neugierig wie ich bin, hab ich dann gleich mal nachgeschaut was eigentlich am 21. März im Kalender steht:
Aha! Keine Rede mehr vom Frühlingsbeginn, dafür aber Karfreitag. Wurde jetzt der arme 21. März seines Frühlingsbeginns beraubt, weil zufälligerweise ein Feiertag auf ihn fällt? Gilt dann der neue Frühlingsbeginn nur in christlichen Ländern, während der Frühling im Rest der Welt ganz normal beginnt? Ich hoffe nur, Mutter Natur wurde über diese Verschiebung in Kenntnis gesetzt.Falls ihr euch über diesen Eintrag wundert- wir haben uns heute dazu entschieden länger aufzubleiben um die Mondfinsternis zu beobachten. Im Gegensatz zur Bildzeitung kennen wir nämlich sogar den Unterschied zwischen dem normalen Ryhtmus im Wandel des Mondes und einer total Mondfinternis. Das hat allerdings nur noch wenig mit der WG zu tun, sondern mit Mäusen und Antimäusen die den Mondkeks fressen.
Mittwoch, 20. Februar 2008
Archäologie am Esstisch
Informatiker Nr°2, Arthi, hat heute seinem inneren Kind einen großen Wunschtraum erfüllt. Das wollte nämlich schon immer Archäologe werden, Spezialgebiet natürlich -wie könnte es anderes sein- Dinosaurier. Deshalb konnte er sich die Gelegenheit, die ihm seine Lieblings-Mitbewohnerin heute anbot, nicht entgehen lassen. In der neuesten Ausgabe der Frag doch mal die Maus Zeitschrift (soviel zum inneren Kind) gab es ein Dinosaurier Skelett, in Gips eingegossen, zum selbst freilegen!
Ganz klar, dass dieses lang herbeigesehnte Ereignis anständig zelebriert werden musste. Am Esstisch. Auch ich legte voller Begeisterung los, wurde aber bald des Pinsels und des Meisels entrissen, da ich die "die Knochen beschädigte".
Dafür legte Arthi erst richtig los...
Herausgekommen ist dann dieser kleine Dinosaurier:
Und natürlich ein Haufen Gips, der am Esstisch zurückgeblieben ist. Teile davon haben sich zu einer interessanten Form der Tischmalerei weiterentwickelt:
Ob so auch Höhlenmalerei enstanden ist? Durch gelangweilte Kwiek, die von ihren Mitbewohnern ihres Gipsblocks entrissen wurden und sich deshalb dazu genötigt sahen den Esstisch etwas zu verzieren?Soviel zu meinem inneren Kind!
Sonntag, 17. Februar 2008
Ein Märchen
Das Märchen von Friedrich dem Ampelmännchen
Vor langer Zeit, in einem längst untergegangenen Königreich, lebte ein kleines grünes Ampelmännchen zusammen mit einem kleinen roten Ampelmännchen in einer Ampel. Obwohl sie so lange in derselben Ampel wohnten, konnten sich die beiden Ampelmännchen nie ins Angesicht blickten. Denn das kleine rote Ampelmännchen wohnte in der oberen Etage, das kleine grüne Ampelmännchen in der unteren. Abwechselnd leuchtete eines der beiden Ampelmännchen in die Welt hinaus, während das andere eine Pause machte. So vergingen lange Jahre, in denen immer ein Ampelmännchen arbeitete, während das andere Pause machte. Nur nachts, wenn auch die Ampel schlief, konnten die beiden Ampelmännchen ruhen. Dann unterhielten sie sich, über die vielen Dinge, die sie von der Ampel aus hatten beobachten können. Meist schlief eines der beiden Ampelmännchen zu den Erzählungen des anderen Ampelmännchens ein, bis das Licht der Ampel sie am nächsten Morgen aus dem Schlaf riss.
Dann ging das Königreich in dem die Ampelmännchen arbeiteten unter. Die Ampeln, die bis zu diesem Zeitpunkt im ganzen Königreich geleuchtet hatten, verblassten, und wurden durch andere Ampeln ersetzt. So verloren Friedrich und das rote Ampelmännchen ihre Arbeit. Sie wurden zusammen mit vielen anderen Ampelmännchen ausgemustert, und kamen auf eine Deponie, außerhalb einer großen Stadt. Dort verbrachten sie viele Jahre, in denen kein Licht mehr leuchtete. Aber Friedrich und das rote Ampelmännchen hatten einander. Sie hörten nie auf, miteinander zu reden, sich Geschichten aus längst vergangenen Tagen zu erzählen.
Eines Tages kamen fremde Menschen auf die Deponie. Sie begannen, nach und nach jede Ampel zu holen, und die kleinen Ampelmännchen aus ihren Ampeln herauszuschneiden. Danach wurden sie zu Schmuck verarbeitet, den die Menschen an ihren Kleidern und Taschen trugen. Aber Friedrich und das rote Ampelmännchen traf das Schicksal hart- da grüne Ampelmännchen begehrter waren als rote, wurde Friedrich von seinem Gefährten weggerissen. Ohne es jemals sehn zu dürfen wurde er von den Fremden in die Ferne entführt, während das rote Ampelmännchen in der Ungewissheit zurückblieb, ohne zu wissen, ob es jemals gebraucht werden würde.
Friedrich kam in ein Geschäft, gemeinsam mit vielen anderen Ampelmännchen. Zuerst hoffte er, sein rotes Ampelmännchen dort wieder zusehen. Er rief nach ihm, lange, lange Zeit. Aber die anderen Ampelmännchen verstanden ihn nicht. Sie sprachen nicht dieselbe Ampelmännchensprache wie er, da sie zu lange Zeit in verschiedenen Ampeln gelebt hatten. So verbrachte Friedrich lange Zeit in dem Laden, immer nach seinem roten Ampelmännchengefährten singend. Aber es antwortete nicht.
Er hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben, als er eines Tages etwas anderes Rotes an ihm vorbeigehen sah. In der Hoffnung, nun endlich das andere Ampelmännchen wieder zusehen begann er so laut zu singen wie er konnte. Und dann geschah ein Wunder. Das rote Etwas war zwar nicht das von Friedrich herbeigesehnte Ampelmännchen, aber dafür ein Wesen, das Friedrichs Gesang verstand. Sie nahm ihn auf, kaufte ihn frei und versprach ihm gemeinsam das rote Ampelmännchen zu finden.
Leider lebt das rote Etwas in einem anderen Königreich, und war nur kurz zu Besuch in Friedrichs Heimat. Dennoch hat sie ihm versprochen, die Kunde seiner traurigen Geschichte in die Welt hinauszutragen, bis er eines Tages sein rotes Ampelmännchen wieder findet. Bis dahin begleitet er sie, an einer Tasche hängend, immer nach seinem Gefährten Ausschau haltend…