Sonntag, 8. Juni 2008

Guten Morgen im Mittelalter!

Das Wesen, das unsere Wohnung entworfen haben muss, hatte anscheinend zwei Grundlegende Probleme: Zum einen hatte es keine Ahnung von Architektur, zum anderen hatte es eine sehr, sehr gute Blase. Zweiteres wäre für uns ja kein Problem gewesen, aber leider führt hier auch der Mangel an Problemen und damit verbundenem Einfühlvermögen zu Schwierigkeiten.
Wie komme ich darauf?
Unsere Wohnung liegt, wie vielleicht schon erwähnt, im obersten Stock. Wir haben schöne Dachschrägenfenster, die uns das Leben im Sommer zur Hölle machen (oke, dort ist es vielleicht ein paar Grad kühler). Dafür haben wir einen schönen Ausblick, und das ist doch auch etwas wert.
Der nächste Konstruktionsfehler ist nicht so leicht zu verzeihen, besonders wenn man nach einer stark durchzech- ähm ich meinte natürlich durchlernten Nacht voller Schlaf aufs Klo gehen will. Dann steht man auf, die Welt um sich herum dreht sich fröhlich- und man wäre froh, wenn man es nicht so weit zum Klo hätte.
Wenn. Das ist das springende Wort. Denn unsere Schlafzimmer befinden sich am anderen Ende der Wohnung. Wenn wir also mitten in der Nacht aufs Klo müssen, müssen wir zuerst durch den Gang vor unseren Zimmern, dann durchs Wohnzimmer wo wir von hungrigen Wegelagerern belästigt werden und dann nochmal durch den Gang vor Küche und Klo. Und natürlich den ganzen Weg nochmal zurück. Das Badezimmer befindet sich übrigens bei den Wohnzimmern- also -diesmal vom Klo aus gesehen- am anderen Ende der Wohnung.
Aber wir sind Studenten, und das nicht ohne Grund. Immerhin sind wir die Elite der Gesellschaft, gut aussehend und überaus kluk. Heute sind wir auf die Idee gekommen, wie wir uns dieser schrecklichen Situation entledigen können: mit einem Nachttopf! Und weil wir ja auch Mittelalterfans sind, wissen wir genau, wie man so einen Nachttopf entleert: aus dem Fenster rauskippen!
Das war dann der Moment, an dem sich Arthi eingemischt hat, mit dem freundlichen Vermerk, dass wir ja ein Dachschrägenfenster haben. Und uns von der Senkrechte 1,5m trennen. Und es hier oben heiß wird... ich glaube, jeder der schon einmal auf einem Festival war, wird wissen, was ich meine...
Aber -wie schon einmal erwähnt- sind wir ja kluke Studenten und wissen uns zu helfen: deshalb werden wir den Nachttopf bei nächster Gelegenheit einfach im Treppenhaus in den Keller hinunterleeren... Und wenn die Hausmeisterin mit ihrem Zerberus zufälligerweise aus ihrer Wohnung kommt, beobachten darf, wie jemand von uns die Erzeugnisse einer Nacht in ihr schönes Treppenhaus schüttet... ja, dann fragen wir sie einfach, wie es ihrem Drucker geht!



PS: wenn dich die Idee allein nicht erschreckt, ekelt oder belustigt: dann vielleicht die Tatsache, dass wir beim Essen drauf gekommen sind...
Ein freundliches Dankeschön geht übrigens an K., fürs zur Verfügung stellen des Nachttopfs.

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Das gefällt mir!
Meine persönliche Empfehlung: Was es den Transport von Flüssigkeiten angeht, könnte man sich etwas von der Ölindustrie abschauen, die versuchen mit mölichst wenig Aufwand möglichst viel Geld zu machen.
Baut euch eine Pipeline! Direkt ins Treppenhaus. Das ist Effektiv und spart Zeit. Falls Euch das zum umständlich ist, könnt ihr auch die Wohnung fluten und Klotanker ans Treppenhaus schicken.

Anonym hat gesagt…

Hallo.
Ich mochte mit Ihrer Website darwinsgeeks.blogspot.com Links tauschen